Der Verstand und seine Auswirkungen auf uns und unser Leben

October 10, 2017

 

Unser Verstand ist durchaus nützlich. Er hat hohe selektive Fähigkeiten, alles was wir jemals mit unseren Sinnen wahrgenommen haben ordnet er in unsere Welt ein. Er sorgt dafür, dass wir bei ganz prakmatischen Herausforderungen die richtige Entscheidung treffen können - er ist derjenige der uns sagt welchen Nagel wir verwenden sollen um das Bild an der Wand aufzuhängen. Nur führt dieser Verstand bei den meisten Menschen ein Eigenleben, das uns nicht gut tut. Wie Eckhardt Tolle schon sagt:"Nicht Du gebrauchst den Verstand, der Verstand gebraucht dich!" Und da fängt das ganze Leid an.

 

Ihr Verstand kreiert Ihr Leben, dass Ihren unbewussten Überzeugungen entspricht. Wobei uns 95% unserer Denkweisen und Handlungen unbewusst sind und 5% bewusst. Hier liegt das Augenmerk in der Bewusstseinsarbeit. Dieses Missverhältnis zu Gunsten der Bewusstheit zu verändern. Den Anfang können Sie ganz ohne Begleitung machen - und So geht's: Haben Sie sich schon mal gefragt warum Sie in bestimmten Situationen immer gleich reagieren, z.B. mit Wut?  In solchen selbstreflektorischen Fragen liegt auch schon das Geheimnis der Bewusstseinsentwicklung. Jeder Mensch kann ganz für sich alleine sein Bewusstsein erweitern indem er sich immer dann fragt, warum tue ich das gerade oder warum habe ich dieses Gefühl, wenn er nicht gelassen und liebevoll bleiben kann. Dazu reicht eine kleine Absicht mit großer Wirkung:

 

            Ich will ab sofort die Verantwortung für meine Gefühle und meine Handlungen übernehmen.

 

Übrigens ich schreibe mir solche Absichten immer auf einen Zettel, lege ihn auf meinen Nachttisch so dass ich ihn jeden abend und morgen lese. Schön ist es auch solche Absichten mit rotem Lippenstift auf den Badezimmerspiegel zu schreiben - ich gebe es zu vielleicht nicht für jeden Mann das Richtige. Seien Sie einfach kreativ, Ihnen fallen sicher noch ganz viele Möglichkeiten ein, wie Sie sicherstellen können dass Sie täglich mehrmals diesen Satz lesen können.

 

Ja, und ich weiss auch, dass es ist nicht einfach ist. Ich bin jahrelang noch in die Falle getappt und habe andere oder die Lebensumstände immer mal wieder dafür verantwortlich gemacht, dass ich leide. Bleiben Sie mildtätig mit sich, wenn es immer mal wieder vorkommt und machen Sie weiter, Sie werden am Ende belohnt. Sie werden nur noch wenig Zeit mit Leiden verbringen müssen und auf Situationen ganz gelassen reagieren können, die Sie vorher aus Ihrer Mitte gebracht haben. Und wenn Sie mal wirklich nicht allein darauf kommen was die Ursache für Ihre Gefühle und Handlungen ist oder sich mit der Erkenntnis noch keine Heilung einstellt, dann lassen Sie sich genau zu diesem Thema begleiten, dann ist es vom Tisch.

 

Aber nun zurück zu unserem Verstand und seinem Eigenleben. Wer kennt ihn nicht den inneren Kritiker der alles bewertet, zensiert und abwertet. der uns immer sagt was gut, was böse, falsch oder richtig ist. Der Verstand macht dies, weil er überzeugt davon ist, das er so Schaden von uns abwendet. Dabei duldet er keine Einmischung und keinen Widerspruch. Das schwierige dabei ist nur, dass uns das meist überhaupt nicht bewusst ist und er so die Macht über unser Leben hat.

           

             Dies wollen wir nun ändern!

 

Als erstes möchte ich Ihnen die Macht unseres Verstandes über unseren Körper bewusst machen.

 

Hierzu eine kleine Übung (Dauer ca. 4 Minuten)

Lesen Sie sich den folgenden Abschnitt einmal bewusst durch und achten Sie dabei auf Ihre Körperreaktion. Es könnte sinnvoll sein, dass Sie kurz mal Ihre Füsse, Ihre Beine, Ihr Becken und Ihren Rumpf spüren, fspüren Sie Ihren Körper?! Falls nicht, tun Sie das bitte ganz kurz - einfach nacheinander spüren wie sich die Füsse, die Beine, das Becken und der Rumpf anfühlen, einfach nur wahrnehmen.

 

Stellen Sie sich nun vor, Sie haben vor sich eine wunderschöne gelbe und saftige Zitrone liegen. Stellen Sie sich weiter vor, Sie nehmen diese in die Hand und riechen daran.Sie können durch die Schale hindurch schon das Säuerliche riechen. Nun schneiden Sie die Zitrone in zwei Hälften. Der Zitronensaft quillt heraus. Sie nehmen nun die eine Hälfte in die Hand und riechen wieder daran. Nun können Sie schon sehr viel deutlicher die Säure riechen. Und nun stellen Sie sich vor, Sie beißen herzhaft in die Zitrone.

 

Welche Körperreaktionen könnten Sie erlebt haben?

Ihr Mund hat vermehrt Speichel produziert und Sie habe vielleicht sogar Ihr Gesicht verzogen. Ihr Körper hat so reagiert als hätten Sie tatsächlich an einer Zitrone gerochen und hinein gebissen in Wahrheit haben Sie es nur gedacht, sich das nur eingebildet.

 

Welche Erkenntnis ergibt sich daraus?

Jeder Gedanke, ob positiv oder negativ, hat einen Einfluss auf Ihr seelisches und körperliches Befinden. Ihr Körper verarbeitet jede Information vom Verstand so, als sei sie real. Das heisst geht Ihr Verstand in die Zukunft und entwickelt negative Zukunftsszenarien, wird das Ängste auslösen und diese wiederum setzen alle Alarmsysteme im Körper in Gang. Adrenalin wird ausgeschüttet, der Pulsschlag geht hoch etc., der ganze Körper ist in einer Stresssituation und das jedesmal wenn der Verstand das macht. Denken Sie mal kurz darüber nach wie oft das in Ihrem Leben vorkommt und wie gestresst Sie sich fühlen - könnte es da vielleicht ein Zusammenhang geben? Übrigens für alle deren Verstand lieber in die Vergangenheit geht, sieht es nicht besser aus. In dem Fall ist dann das Grundgefühl nicht Angst sondern Widerstand mit dem was ist, Unzufriedenheit, Wut bis hin zur Verbitterung. Die Auswirkungen können sich in Bauchspeichldrüse, Magen, Darm, Milz, Leber oder Galle zeigen, je nachdem welches Grundgefühl überwiegend vorhanden ist.

 

Welche Handlungsmöglichkeiten haben Sie um Ihren Körper endlich zu entlasten?

  • Achten Sie auf Ihre Gedanken und Vorstellungen. Notfalls bitten Sie eine zweite Person, Sie darauf aufmerksam zu machen, dass Sie gerade wieder in der Zukunft oder in der Vergangenheit sind.

  • Ihr Verstand kümmert sich nicht darum, ob etwas Realität oder Einbildung ist. Diese Aufgabe können nur Sie übernehmen.

  • Überprüfen, Sie ob Ihre Gedanken und Vorstellungen der Realität entsprechen.  Holen Sie sich ins Hier und Jetzt zurück indem SIe sich fragen: "Welches Problem habe ich jetzt, ja genau jetzt in diesem Moment?" Geben Sie dem Körper Entwarnungsimpulse damit er sich wieder beruhigen kann z.B. indem Sie zu sich sagen: "Ich habe jetzt kein Problem, ich bin in Sicherheit und wenn es morgen eines geben sollte werde ich es lösen können. Ich brauche jetzt kein Problem lösen was gar nicht da ist"  Erst dann kann Ihr Körper entspannen, das Adrenalin und damit den Stress abbauen.

Ich hoffe Sie können noch und haben noch Lust weiter zu lesen weil jetzt wird es richtig Interessant. Nun geht es darum wie der Verstand uns daran hindert unser wahres Selbst zu erkennen. Ein wahres Meisterstück des Verstandes mit verherenden Folgen wird Ihnen jetzt offenbart.

 

Ich möchte es Ihnen anhand eines Bildes erklären. Jeder von uns bekommt bei Geburt einen Weidenkorb vor sich gestellt mit seinem Namen darauf, das spätere Ich. Wir sind bis ca. zum 18. Monat nicht mit diesem Korb identifiziert wir bekommen mit da sprechen Menschen immer ein Wort aus wenn sie mit oder über uns sprechen. Irgendwann ab dem 19. Monat erkennen wir dann, das Wort hat was mit uns zu tun. Wir sprechen dann eine Zeit lang in der 3. Person von uns. Noch vor unserem 3. Lebensjahr erfolgt die Identifikation mit diesem Wort sprich unserem Namen. Wir reden nicht mehr in der dritten Person von uns und  die Worte Ich und mein halten spätestens jetzt Einzug in unser Leben.

 

Dieses Ich wird nun gespeist durch Äußerungen unserer Bezugspersonen.  Hier möchte ich mit einem Beispiel verdeutlichen was passiert: Wir sind 3 Jahre alt und Mama hat es oft eilig und sagt immer wieder zu uns: "Was trödelst Du immer so rum, sieh zu beeil Dich mal. Du bist immer so langsam." Nun erkennen wir aber nicht, dass Mama ungeduldig, genervt ist und es eilig hat, nein wir beziehen das komplett auf uns. Denken noch wenn ich schneller sein könnte dann müsste Mama nicht so wütend werden, wir geben uns die Schuld für Ihre Reaktion und schon nimmt das Drama seinen Lauf. In den Ich-Korb kommt nun die Überzeugung ich bin zu langsam. Daraufhin bilden wir ein Ego mit einem "Beeil-Dich-Antreiber" aus, welches uns das ganze Leben begleiten wird. Das kann sich äußern, indem wir sehr schnell sprechen, wir immer das Gefühl haben nicht schnell genug fertig zu sein, wir uns nicht die Zeit nehmen können die es eigentlich bräuchte um Dinge fertig zu stellen und wir finden nicht in unser Tempo - sprich Stress wird unser ständiger Begleiter bei allem was wir tun.

 

Wenn wir nun als Erwachsene anfangen an unserer Bewusstwerdung zu arbeiten, dann werden wir irgendwann erkennen, dass es da dieses Antreiberverhalten gibt, wir gehen zurück zur Ursache und transformieren dieses Ego mit dem Beeil-Dich-Antreiber. Gleichzeitig heilen wir das innere Kind in uns und erlauben ihm, dass es Dinge in seinem Tempo machen darf und trotzdem geliebt wird. Damit verschwindet dann auch die Ich-Botschaft  aus dem Weidenkorb. Jetzt machen wir das mit allen Ich-Botschaften die dort enthalten sind und irgendwann kommt der Punkt wo wir auf einer höheren Ebene erkennen, das wir das alles nicht sind weder der Name noch die im Korb enthaltenen Ich-Botschaften. Jetzt löst sich das verstandesbezogene Ich auf.

 

Als mir das passierte hatte ich noch nie davon gehört und ich bekam ziemlich große Angst. Ich wusste von einem Moment zum Anderen nicht mehr wer ich war. Ich war bestrebt diesen Korb wieder zu füllen, nahm dankbar jede Äußerung zu meiner Person und legte sie in den Korb bis ich etwas erkannte, was mein Umgang mit mir und anderen Menschen von Grund auf änderte.

 

Ich erkannte, auch das war ich alles nicht, sondern ich wirkte auf diese Person in diesem Moment so. Das heisst in diesem Korb bin nicht ich, sondern die Wirkung, die ich auf andere Personen zu einem bestimmten Zeitpunkt hatte. Damit war für mich klar, jede Person mit der ich in Kontakt komme, bekommt von mir, bildlich gesprochen, einen Korb vor sich hingestellt und darf diesen mit Botschaften befüllen auf denen die Wirkung steht, die ich auf sie habe. Mir wurder klar ich kann es nicht wirklich beeinflussen was einzelne Menschen von mir denken, denn das hängt von Ihrer Persönlichkeit, ihren Erfahrungen die sie im Laufe ihres Lebens gemacht haben und auch ihrem aktuellen Befinden ab. Diese Erkenntnis war wichtig für mich weil ich nun erst erkennen  konnte, für diesen Menschen bin ich so, aber bin das doch alles nicht. Die Freiheit war in mein Leben gekommen so sein zu dürfen wie ich bin. Der ganze Stress jemanden gefallen zu wollen fiel von mir ab. Ich konnte alle Rollen und Masken aufgeben, die ich mir angeeignet und aufgesetzt hatte um zu gefallen - welch eine Erleichterung! Damit war der Weg frei zu erkennen wer ich wirklich bin und dieses Ich zu achten, wertzuschätzen und zu lieben. So im Nachherein betrachtet war ich erst ab dem Zeitpunkt überhaupt in der Lage andere Menschen in Ihrem so sein anzunehmen und ihnen dieselbe Achtung, Wertschätzung und Liebe entgegen zu bringen wie mir. Etwas das heute so selbstverständlich für mich ist.

 

Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute Ihre

Anja Wendt

 

 

 

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