Keine noch so schreckliche Kindheit kann Dich von einem erfüllten Leben abhalten

Aktualisiert: Juli 18

Heute möchte ich Ihnen mit meiner Geschichte Mut machen sich Ihrem Schmerz und Leid zu stellen, wenn Sie eine schmerzvolle Kindheit hatten. Ich möchte Sie motivieren sich auf die Reise zu ihrem wahren ich zu machen und ihr ganzes Potenzial zu leben. Ja, gerade Menschen mit einer schwierigen Kindheit haben ein sehr großes Potenzial ihr Licht in die Welt zu bringen wenn Sie vom Leid und Schmerz ihres Traumas und dessen Folgen erlöst sind.


Es gibt mehrere Arten von Trauma, die auch ganz unterschiedliche Auswirkungen auf das (Er)Leben eines Menschen haben können:

1. Schocktrauma

Dieses wird meist durch ein singuläres, existentiell bedrohliches Ereignis ausgelöst z:B. durch einen schweren Verkehrsunfall. Jemand der ein Schocktrauma erlitten hat kann eine bewusste oder unbewusste Vermeidungsstrategie entwickeln die in diesem Fall dazu führen könnte kein Auto mehr zu fahren. Im unbewussten Fall kann es sein, dass zum Schutz vor dem Erinnern an die Gefühle dieser Mensch sein Wertesystem anpasst und voller Überzeugung Autofahren als  die Umweltverschmutzung ansieht und deshalb er auf Autofahrten verzichtet.


2. Entwicklungstrauma

Ein Entwicklungstrauma zeichnet sich hingegen durch Situation über einen längeren Zeitraum hinweg aus. Dabei muss es nicht immer durch gravierende, schreckliche Ereignisse entstehen, sondern entwickelt sich auch aufgrund von subtilem und unterschwelligem Verhalten über einen längeren Zeitraum.


Wenn ein Kind im Mutterleib oder nach der Geburt gar nicht gewollt oder das Geschlecht nicht gewollt ist, erfährt es keine gute Bindung. Der Embryo bzw. der Säugling bekommt vermittelt, nicht sein zu dürfen, körperlich so nicht sein zu dürfen. Wird es dann zu wenig beachtet, zu weinig gesehen, emotional nicht gut versorgt kann das zu einem Entwicklungstrauma führen. Ein für die Entwicklung eines Kindes gesundes Umfeld gibt dem Kind das Gefühl, mit all seinen Emotionen sein zu dürfen und mit diesen von seinen Bezugspersonen wahrgenommen, (aus)gehalten und angenommen zu werden. Dem Kind werden Grenzen liebevoll gesetzt. In diesem Umfeld kann ein Kind eine gesunde Bindungsfähigkeit aufbauen, Urvertrauen, Selbstliebe und ein stabiles, ausgeglichenes Nervensystem entwickeln. Ich persönlich kenne keinen Menschen. der so eine ideale Kindheit erlebt hat aber nicht alle sind traumatisiert.


Weitere Faktoren um ein Entwicklungstrauma auszubilden ist ein Umfeld in dem ein Kind regelmäßig Angst haben muss, sich schuldig fühlt, sich schämen muss, es durch nicht altersgerechte Anforderungen und Ansprüche überfordert wird, emotionalen oder sexuellen Missbrauch erlebt, körperliche oder psychische Gewalt erfährt oder sich übermäßige Sorgen um ein anderes Familienmitglied macht. Wenn in solchen fällen kein Erwachsener dem Kind zur Seite steht um mit ihm den Emotionen gemeinsam zu begegnen, kann das Kind diese nicht gut verarbeiten und in einen aus haltbaren Bereich bringen. Damit ist die Regulationsfähigkeit bis in das Erwachsenenalter beeinträchtigt und kann dazu führen, dass dieser Mensch von seinen Gefühlen abgeschnitten ist.


Und jetzt zu meiner Geschichte, von der ich mir wünsche, dass diese Ihnen Mut macht und Sie inspiriert sich auf Ihre Reise zu "Mehr Ich Sein" zu begeben.


Von allen Möglichkeiten der Traumatisierung in der Kindheit habe ich alle erlebt. Das heißt ich war nicht gewollt, wurde emotional und körperlich vernachlässigt, körperlich misshandelt und im Alter von dreieinhalb bis fünf Jahren sexuell pädophilen Freiern zur Verfügung gestellt. Positive Aufmerksamkeit bekam ich ausschließlich dann wenn ich "gute Leistung" gebracht habe, gefügig war und gelitten habe. Ich hatte ständig Angst, wurde beschämt, habe mich für das emotionale Wohl einer Bezugsperson verantwortlich gefühlt, mich schuldig gefühlt. Das alles hatte unter anderem zu Folge. dass ich

  • nicht sagen konnte was ich will oder nicht will

  • nicht nein sagen konnte

  • bis auf Freude nichts fühlte - keine Angst, Wut, Trauer, Ohnmacht, Schuld oder Scham

  • kein Körperbewusstsein hatte

  • wenig Selbstachtung hatte

  • unbewusst diverse Vermeidungsstrategien entwickelt habe, um nicht getriggert zu werden

  • innerlich zersplittert war

  • geringes Selbstwertgefühl hatte - gar nicht wusste wer ich war

  • kein Vertrauen ins Leben hatte - aber zum Glück in mich

  • im inneren zu tiefst davon überzeugt war kein Recht zu Leben hatte, nicht liebenswert und wertlos zu sein.

Jahrzehntelang sollte das Leben für mich Kampf - ein Kampf ums überleben sein. Wenn ich in  Beziehung war musste ich mich aufgeben und ganz für den Partner da sein sonst bleibt er nicht bei mir, so machte ich die Tür für weiteren emotionalen Missbrauch auf. Ich musste Leistung bringen um sein zu dürfen. Was aber immer da war, war das Vertrauen in mich, die Führung meines Herzens, die ich nie verlor und die Liebe zu Menschen. Fragen Sie mich wie das sein kann, ich kann es ihnen nicht sagen - es ist ein Wunder. Genauso ist es ein Wunder dass ich 33 Jahre verheiratet war und Mutter einer Tochter bin und ein wirklicher Familienmensch. Eine Traumatherapeutin hat mich mal gefragt wie das sein könne, ob ich dafür eine Erklärung hätte. Ja, die gab es. Ich durfte ab meinem sechsten Lebensjahr in den Ferien immer zu meiner Oma. Jede Ferien war ich bei ihr. Sie lebte mit meinem Onkel meiner Tante und deren Kindern zusammen in einem Haus und das ganz harmonisch. Dort habe ich ganz andere Erfahrungen machen können und damit eine große Ressource gehabt um Beziehungen führen zu können.


Meine Reise aus der Hölle ins Leben begann mit 36 Jahren. Ich war beruflich sehr erfolgreich und die Arbeit stand an erster Stelle in meinem Leben - Sie erinnern sich an die Einschärfung wenn ich leiste darf ich sein. Das war die Folge davon. Mein Mann hat sich um unsere Tochter gekümmert und ich machte Karriere. Nur ging ich ständig über meine Grenzen und mein Leistungsantreiber forderte den Tribut. Burn out - nichts ging mehr. Natürlich suchte ich mir Hilfe aber nicht aus wohlwollen zu mir sondern ich wollte wieder funktionieren um Leistung zu bringen. Es folgten 3 Jahre Therapie mit über 200 Stunden. Zum Glück hatte meine Psychotherapeutin seherische Fähigkeiten denn ich wusste damals von nichts. Ich hatte keine Erinnerung an meine ersten 10  Kindheitsjahre.  Heute werde ich sehr hellhörig wenn mir meine Klienten sagen dass sie sich an Ereignissen aus ihrer Kindheit nicht erinnern können und meistens ist dahinter tatsächlich ein oder mehrere Entwicklungstraumata. In diesen 2 Jahren habe ich alle Traumata auf dem Tisch gehabt konnte mich wieder an vieles erinnern, hatte gelernt mich Selbst neu zu beeltern und konnte viel schon in Heilung bringen. Mit den ersten Heilungserfolgen, änderte sich schon so viel in mir und damit auch in meinem Leben. Ich fing ganz langsam an zu leben, die Symbiosen zwischen meinem Mann und mir lösten sich Stück für Stück und ich kam mehr bei mir und im Leben an. Es öffneten sich die Kanäle für meine seherischen und medialen Fähigkeiten und ich entwickelte ein sehr großes Wohlwollen und Führsorge mir gegenüber. Meine Reise war aber noch lange nicht zu ende. Ich fand Heiler und Schamanen die mich erkennen ließen welche Fähigkeiten wirklich in mir steckten bis ich es zu lassen konnte eine Schamanin zu sein, sollten aber noch einige Jahre vergehen. In diesen ging es dann immer mehr in Richtung Bewusstseinserweiterung - wer bin ich wirklich. Ich kam mehr und mehr in die Stille und wurde Gegenwärtiger.  Meine Seele konnte sich immer mehr im Alltag ausdrücken, dadurch stieg meine innere Freude und wurde unabhängiger von den äußeren Umständen. Ebenso konnte ich in der Liebe bleiben auch wenn mein "kleines Ich" -wie ich meine Persönlichkeitsanteile liebevoll nenne- mit einem Menschen aufgrund seines Verhaltens keinen Kontakt mehr haben wollte.


Mit meiner Entwicklung änderten sich meine Ansprüche an den Umgang und der Kommunikation in einer Partnerschaft. Diese konnte und wollte mein Mann nicht erfüllen Mein Mann hatte plötzlich eine ganz andere Frau an seiner Seite und die hat er so nicht gewollt. Nach 33 Jahren Partnerschaft und Ehe trennten wir uns.


Für mich begann eine Zeit der Erleichterung, der Angst und der inneren Einkehr. Vier Jahre lebte ich alleine, die waren nicht immer leicht, taten mir aber unendlich gut. Ich hatte zuvor noch nie alleine gelebt und es war eine schöne Erfahrung die mehr und mehr dazu führte, dass ich die Ängste, die mit dem Alleinsein im Zusammenhang stehen verlor und damit auch einen Großteil meines Überlebenskampfes aufgeben konnte. Aber das wertvollste war, dass mein Bewusstsein sich weiter entwickelte. Mein Verstand wurde noch ruhiger, ich konnte noch mehr im Hier und Jetzt verweilen, hatte oft reine Seins Erfahrungen. Durch Egoarbeit konnte ich mich von Anhaftungen an Besitz und Verlangen lösen und war in der Lage mich bewusst für Frieden zu entscheiden wo mein Ego recht haben wollte. Meine Kontroll- Rechthabenwollen- und Verlangen-Ego wandelten sich in Klarheit. Ich konnte auf einmal die Entscheidung treffen meinem Ego zu folgen oder nicht. Auch konnte ich die Egos bei anderen Menschen erkennen und so mich davon befreien deren Verhalten persönlich zu nehmen. Das wertvollste für mich war aber der Moment als ich erkannte wer ich wirklich bin - unbeschreiblich diese Erkenntnis und das Gefühl dabei. Dies führte dazu, dass es mehr Klarheit, Frieden und Harmonie in meinen Beziehungen gibt. Das alles wollte nun auch in einer Partnerschaft gelebt werden. Ich öffnete mich wieder für eine Liebesbeziehung  und diese hat auch nicht lange auf sich warten lassen. In dieser Beziehung habe ich neben Erkenntnissen über mich und Partnerschaft im Allgemeinen auch Erfahrungen machen dürfen die ich nie für möglich hielt und die den Rahmen diese Artikels jetzt auch sprengen würden, deshalb zu einem anderen Zeitpunkt mehr dazu.


Heute habe ich ein gesundes und starkes Selbst, kann meine Gefühle sehr gut in Worte fassen und damit gut auf mich acht geben und für mich sorgen und verneige mich oft vor der Frau, die ich geworden bin.


Wie Sie aus meiner Geschichte sehen können, ist es durchaus möglich ein erfülltes, freudvolles Leben zu führen auch wenn die Grundvoraussetzungen alles andere als günstig sind. Ja, es braucht Mut, sich seiner Wunden zu stellen, aber es lohnt sich so sehr und wenn ich es geschafft habe heil zu werden können Sie es auch schaffen.


Ich würde mich sehr freuen wenn Sie mir mitteilen was meine Geschichte in Ihnen auslöst. Treten Sie auch gerne mit mir in Kontakt, wenn Sie weitere Fragen haben oder Begleitung auf Ihrer Reise suchen. 

email: hallo@anjawendt.de

Homepage: www.anjawendt.de





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© 2019 Anja Wendt